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Studium, Dublin, Weihnachten und was mir sonst noch durch den Kopf geht. 

Nach einer halben Ewigkeit habe ich es heute endlich geschafft, mir wieder einmal einen Tag Auszeit von der Welt zu nehmen, hab mich ins Auto gesetzt und bin drauflosgefahren. Jetzt sitze ich in einem kleinen Cafè in Kirchbichl und genieße die Anonymität.

Um mich herum ein paar Senioren und niemand, der mich kennt. Genau solche Tage habe ich im letzten halben Jahr so vermisst; die Zeit für mich und mein Tagebuch oder eben meinen Blog.

Wir schreiben den 17. Dezember 2017, 7 Tage vor Weihnachten und ich sollte eigentlich gerade Weihnachtsgeschenke basteln und besorgen 🤷🏻‍♀️ was soll’s.

Weihnachten. Eine besinnliche Zeit im Jahr – wie’s so schön heißt. Besonders besinnlich find ich die Zeit seit einigen Jahren allerdings nicht mehr. Dieses ganze Weihnachtsgschnall ist doch hauptsächlich ein enormer, zusätzlicher Stressfaktor für so gut wie jeden Menschen, der eigentlich studiert, arbeitet oder sonst irgendwelche Fixpunkte in seinem Leben hat.

Ich liebe die Traditionen, die Familientreffen und natürlich auch das Flair, die Christkindlmärkte und die verschneiten, kurzen Wintertage an Weihnachten, aber dieser Geschenkestress geht mir schon mächtig auf die Nerven. Ich beschenke Leute, weil ich’s gern mache, nicht aber, weil ich es an einem bestimmten Tag muss. So viel zu Weihnachten.

 

Studium

Die letzten paar Monate haben mir wieder einmal gezeigt, wie das Leben so seine Kreise zieht und einem immer wieder Hindernisse in den Weg stellt, dann aber doch auch wieder seine positiven Seiten hat. Ich würde sagen, dass ich ein sehr schönes, entspanntes letztes halbes Jahr hatte.

Nach einem mehr oder weniger erfüllten Sommer (ich hätte wahrscheinlich mehr Zeit mit Reisen verbringen sollen), bin ich im Oktober neu durchgestartet: Wirtschaftsrecht soll es sein, habe ich quasi von einem auf den anderen Tag beschlossen! Jeder, der mich kennt, schaut mich irgendwie schräg an, wenn ich das erzähle. „Mach doch was Kreatives“, oder „Ist das schon dein Studium?“, höre ich oft genug und ich kann nur eins dazu sagen: ich habe keine Ahnung, ob’s mein Studium ist oder ob ich überhaupt einmal in dieser Branche arbeiten möchte, aber bis jetzt passt es mir ganz gut. Ich finde meinen Studiengang interessant und bin auch der Meinung, dass er mir in vielen Hinsichten im Leben weiterhelfen kann.

Natürlich würde ich immer noch gerne Physiotherapie, Medizin oder was mit Musik oder Kindern machen, aber wenn’s nach mir geht, dann würde ich gern alles zugleich machen und das geht nun mal nicht. Also mal schauen, ich könnte mir auch vorstellen, noch arbeiten zu gehen, zu reisen oder etwas mit Medien zu machen – was weiß ich 😁

Ich habe mich lang genug mit dieser „Entscheidung“ auseinandergesetzt und mir selbst viel Druck gemacht, aber das tu ich jetzt einfach nicht mehr. Ich bin 20 Jahre alt, ich habe noch genug Zeit, um mich selbst zu finden und, wenn das noch ein, zwei oder drei Jahre dauert, dann tut es das eben 🤷🏻‍♀️ Nach meinem letzten Blog-Eintrag übers Studium haben mir einige Freunde geschrieben, dass es ihnen genau gleich geht und das gibt mir auch das Gefühl, dass ich das Richtige mache: ich nehme mir die Zeit, die ich brauche. Und an euch: macht das auch!

Wohnen

Im Oktober habe ich außerdem einen weiteren Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und bin in mein eigenes, kleines Reich gezogen. Eine kleine Garconniere in Innsbruck, in der ich mich unglaublich wohl fühle. Ich war schon immer ein Mensch, der viel Zeit für sich gebraucht hat – und die finde ich jetzt in meiner Wohnung. Dadurch, dass ich sowieso ständig unterwegs bin oder mich mit Freunden treffe, freue ich mich jeden Abend auf mein eigenes Bett und vor allem auf meine eigene Mini-Küche, in der ich mich auf kulinarischer Ebene ausleben kann 😉

Reisen

Spontan wie wir sind, haben meine Windelfreundin Teresa und ich im September – zwei Wochen vor Abreise –  ein kleines Abenteuer gebucht. Samt gefühlten 140 kg Gepäck und einem Welpen haben wir beschlossen, den Land- und Seeweg nach Dublin zu nehmen und sind über Frankreich mit Zug und Fähre nach Irland gegondelt. Wahrscheinlich die abenteuerlichste Reise seit langem.

Mein letztes größeres Reiseziel war also Irland und ich war begeistert – so begeistert, dass ich kurz darauf wieder einen Flug dorthin gebucht habe. Bald geht’s für mich nun ein paar Tage zuerst nach Salzburg und dann wieder nach Dublin. Ende Feber werde ich mit meiner Schwester, Mama und Tante dann eine etwas größere Reise angehen und für die Osterferien bin ich auch schon wieder am planen.

Ich habe so viel gelernt durch’s Reisen und ich glaube, dass das für mich der einzige Weg ist, um mich selbst zu finden und mir meine Wünsche zu erfüllen.

 

Sport

Seitdem ich im Herbst (so richtig) mit dem Klettern begonnen habe, fühle ich mich so ausgelastet und stark wie noch nie. Ich habe ja schon viele Sportarten ausprobiert, hab mich allerdings in keiner Sportart so richtig wiedergefunden und war immer unzufrieden mit meiner Leistung und mir selbst. Die Monate davor war ich schon hier und da einmal klettern, konnte allerdings nie absolute Begeisterung dafür aufbringen. Seit ein paar Monaten merke ich, wie ich mit jedem Mal besser und stärker werde und das gibt mir auch viel Selbstvertrauen.

Im Winter freu ich mich jetzt aber auch schon auf’s Skifahren, Boarden und Rodeln. 🙋🏻

Leben

Meine Lebensweisheit, dass alles, was im Leben passiert auch einen Grund hat, verfolge ich nach wie vor und muss sagen, dass sie mir in vielen Situationen schon weitergeholfen hat. Denn so bin ich in holprigen Zeiten stärker geworden und habe draus gelernt. Was mir auffällt ist, dass ich immer vorsichtiger und bewusster mit zwischenmenschlichen Beziehungen umgehe und mehr auf meine eigenen Vorlieben achte, als ich früher getan habe.

Ich würde sagen, dass ich sehr wenig bereue, mir selbst mehr wert bin, mir die Meinung anderer nicht mehr so wichtig ist und ich die Wünsche anderer inzwischen oft hintenanstelle. Ich pflege meine Freundschaften wie nie zuvor und nehme mir (auch wenn nicht allzu oft) immer wieder einmal einen Tag Auszeit.

Um diesen Beitrag abzuschließen: Ich glaube, dass man viele Dinge im Leben oft entspannter sehen muss und sich nicht so viel zu Herzen nehmen sollte. Ich weiß, dass das leichter gesagt als getan ist, weil ich selbst ein sehr sensibler und einfühlsamer Mensch bin, aber seitdem ich das für mich entdeckt habe, lebt es sich einfach leichter. Macht euch euren Spaß aus gewissen Situationen und nehmt die Probleme anderer ernst, aber identifiziert sie nicht als eure eigenen. Peace out. ✌🏻

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