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Ein ganzes halbes Jahr

Heute sitze ich zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit vor dem leeren Blatt Papier und vor meiner Website, mit einem mulmigen Gefühl im Bauch.

Seit nun gut einem halben Jahr fühle ich mich heute mal wieder danach, etwas aufzuschreiben. Meine Gedanken musste ich in den letzten Monaten nicht nur einmal sortieren, sondern eigentlich ununterbrochen.

Ein ständiger Wechsel und emotionaler Umbruch haben mein Leben in den letzten Monaten begleitet. Natürlich waren das nicht nur negative Ereignisse, sondern auch wunderschöne Dinge, die mir da in den letzten Monaten widerfahren sind.

Der Blog hat mir immer wieder erlaubt, meine Gedanken zu teilen. Ich konnte Freunde up-to-date halten und habe immer wieder mal positives Feedback bekommen. Er hat mich aber gleichzeitig verletzlich gemacht. Da ich seit September einigen Tiefs in meinem Alltag ausgesetzt war, habe ich mich nicht danach gefühlt, irgendetwas aufzuschreiben.

 

Mir geht es gut!

Woran ich im Leben glaube, ist mir noch nicht so ganz bewusst.

Ich weiß allerdings, dass sich alles, was im Leben passiert, irgendwann zum Guten wenden wird.

Die letzten Monate waren teilweise sehr schmerzhaft, doch ich fühle mich insgesamt wirklich sehr gut und wohl in meiner Haut.

Mein Leben hat eine gewisse Stabilität, ich bin selbstständig, liebe mein Studium, wohne in meiner eigenen Wohnung und schätze die Natur und freien Tage immer mehr.

Manchmal muss es weh tun

Etwas, das ich mir nach wie vor nicht wirklich eingestehen kann ist, dass man manchmal verletzen muss oder verletzt werden muss, damit das Gute wieder einen Platz findet. Ich hasse nichts mehr, als andere Leute zu verletzen, da ich weiß, dass ich mir selbst damit oft am meisten weh tue.

Deshalb bin ein Ass im Entscheidungen hinauszögern und jeder/jede der/die mich kennt, weiß das. Ich schiebe wichtige Dinge gerne vor mich hin und merke dabei nicht, dass ich anderen damit meist keinen Gefallen tue.

Die letzten Monate haben mir gezeigt, dass es manchmal wichtig ist, radikal zu sein und vielleicht auch Entscheidungen zu treffen, für die man eigentlich noch gar nicht bereit ist.

Mit Dingen abzuschließen kann sehr befreiend sein und einem viel Energie für Neues schenken.

Loslassen ist so so so wichtig, auch wenn es manchmal in erster Linie ziemlich weh tut.

 

Freundschaft

Bislang dachte ich immer, dass Liebesbeziehungen das sind, was Menschen voll und ganz erfüllen. Doch der Grat zwischen einer klassischen Liebesbeziehung, wie wir sie aus dem Bilderbuch kennen, und einer ehrlichen, offenen und vertrauten Freundschaft ist aus meiner Perspektive inzwischen sehr sehr schmal, wenn nicht sogar, gar nicht vorhanden.

Die letzten Monate haben eine „Freundschaft“ für mich noch einmal neu definiert. So viel Liebe und Kraft und so viel Verständnis habe ich noch nie zuvor erfahren dürfen.

In meinem Leben habe ich mir schon so manche Dinge erlaubt, bei denen sich andere an den Kopf greifen würden, aber diese Freundschaft, die ich jetzt kennengelernt habe, würde alles mit mir durchstehen. Ich war noch nie ein großer Freund davon, meine Probleme mit anderen zu teilen, aber du hast mir so eine unglaubliche Sicherheit gegeben, Maya.

Ich habe wirklich tolle Menschen in Köln kennengelernt.

Zudem pflege ich immer noch wenige, aber sehr gute Freundschaften im schönen Tirol und finde auch dort immer wieder ein unglaubliches Vertrauen.

 

Nimm dich selbst nicht zu ernst

Außerdem habe ich inzwischen so eine gewisse Leichtigkeit und Gelassenheit gegenüber manchen Dingen entwickelt, bei denen ich früher vermutlich an die Decke gegangen wäre (außer bei sexistischen Witzen, die finde ich nach wie vor unmöglich ;-)). Ich habe ein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt und kann gut über mich selbst lachen.

Manchmal darf man gewisse Dinge auch einfach nicht zu ernst nehmen und muss sich selbst einen Spaß daraus machen. Ich liebe es zu lachen und ein glückliches Leben zu führen und dafür ist auch ein wenig Selbstironie nicht schlecht.

Ich glaube außerdem, dass wir uns generell oft zu viele Gedanken machen. Wir zerlegen unsere Sorgen in klitzekleine Legosteine und vermischen die dann so, dass nichts anderes als ein riesiges Chaos entstehen kann. Manchmal stehen die Antworten auf gewisse Fragen direkt  vor der Tür, und wir durchsuchen das ganze Haus, anstatt mal kurz raus zu schauen.

 

Reset

Wir fangen immer wieder von vorne an und denken uns: ab heute nehme ich mir Zeit für mich und kümmere mich nicht mehr um die Probleme anderer oder ab heute melde ich mich wieder öfters bei alten Freunden oder ab heute Dusche ich nur noch höchstens 5 Minuten, um Wasser zu sparen – was passiert? Wir ziehen die ganze Sache ein paar Tage/Wochen durch und verfallen dann wieder in ein altes Muster.

DAS IST NORMAL und es ist auch nicht schlimm, denn man kann ja jeden Tag neu durchstarten.

Morgen ist auch wieder ein Tag und ich sage nicht, dass man somit alles vor sich hinschieben soll, sondern, dass man jeden Tag als eine neue Chance für etwas Tolles sehen kann. Niemand ist perfekt und jeder/jede weiß, dass einem das Leben manchmal richtig große Steine in den Weg legt.

Get over it, starte neu durch, weil du es kannst.

 

Fazit der letzten Monate:

Liebt einander wie ihr das wollt. Lebt das Leben, das euch glücklich macht. Übernehmt Verantwortung, aber nicht zu viel. Verbringt Zeit mit euch selbst, denn das ist eines der wertvollsten Dinge, die es gibt. Pflegt Freundschaften und Beziehungen so, wie ihr das für richtig empfindet. Lasst euch nicht von der Meinung anderer unterkriegen.

Malt, tanzt, lernt dazu. Hört Musik. Schreibt euren Liebsten, wie wertvoll sie sind und gebt einander das Gefühl, dass das Leben eigentlich gar nicht so schlimm ist, wie es einem manchmal vorkommt. Nehmt eure Freunde dennoch immer ernst in dem, was sie fühlen und sagen und unterstützt sie, wo ihr könnt. Zieht nicht über andere Leute ab – das macht nicht glücklich und ist auch nicht nett. Lasst trotzdem die Leute hinter euch, die euch nicht guttun.

Lebt euch aus, verreist und kümmert euch vor allem um das eigene Wohlergehen, denn jeder/jede von uns ist für sein/ihr eigenes Glück verantwortlich.

 

Fin.

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