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menstruation

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Menstruationsprodukte

MwSt. Problematik in Deutschland

Anzeige – Anfang 2020 sollte eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Periodenprodukte (ca. 19%) eigentlich eine Preiserleichterung für Kund*innen darstellen. Kurz nach der Einführung dessen erhöhten Hersteller*innen der Produkte ihre Preise, was wiederum zu einer kaum sichtbaren Veränderung in der Höhe der Kosten für menstruierende Personen führte.

Warum Periodenprodukte auch in Deutschland noch nicht frei zur Verfügung stehen, wird unter Politiker*innen selten diskutiert. Schottland hat dies bereits geschafft, in Ländern wie Kanada, Frankreich, Luxemburg oder Kenia kam es in letzter Zeit zu einer Senkung der Mehrwertsteuer auf weniger als 6%.[1]

Nun sind natürlich durch diese Steuererleichterung Menstruationsprodukte noch lange nicht für alle Menschen zugänglich/leistbar. Das liegt mitunter an der gesellschaftlichen Wahrnehmung der Periode und an den in großen Teilen männlich* besetzten Führungspositionen, welche Entscheidungen, wie die der Bereitstellung treffen sollen. 

In der Herstellung von Menstruationsprodukten gibt es unterschiedliche Bedingungen und da gilt es genauso wie bei Fair Fashion auf die Materialien, den ethischen Aspekt und die Haltbarkeit der Produkte zu achten, wenn es die finanziellen Mittel erlauben. Zudem beinhalten Produkte einiger Firmen häufig Pestizide und Bleichmittel.

In diesem Beitrag findet ihr nochmal eine Liste mit einigen Links zu Firmen, die nachhaltige Menstruationsprodukte herstellen. Zudem möchte ich aber nochmal darauf hinweisen, dass auch diese in Deutschland nicht frei zur Verfügung stehen und sich viele Menschen keine Periodenprodukte leisten können. Aus diesem Grund verlinke ich zudem eine Organisation, die Spenden für Menstruationsprodukte sammelt, um diese an obdachlose Frauen* weiterzugeben.

Spendenlink

https://www.betterplace.org/de/projects/55197-kostenlose-tampons-fuer-obdachlose-frauen

Nachhaltige Menstruationsprodukte


[1]https://www.thefemalecompany.com/magazin/laender-ohne-tamponsteuer/

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Diskretion und Sicherheit – Menstruation heute


Auch heute begleitet Frauen noch ein beschämendes Gefühl beim Thema Menstruation. Vieles davon verdanken wir der Werbung, die meist von „Hygieneartikeln“ spricht und Blut in der Farbe Blau darstellt, aber auch der mangelnden Aufklärung und der Tabuisierung in der eigenen Familie und der Schule/am Arbeitsplatz.

Wie sich der versteckte und schambehaftete Umgang mit der Menstruation entwickelt hat, wurde bereits in meinem ersten Artikel dazu erklärt, indem besonders auf die Kulturgeschichte, religiöse Hintergründe und die Mythen, die sich teilweise bis heute noch erhalten, eingegangen wurde.

Werbung

Die meisten Tampon/Binden-Werbungen zeigen glückliche, energiebeladene Frauen, die in einer weißen Hose durch den Raum hüpfen und von 100%igem Schutz sprechen. Schutz wovor? Als wäre der Blutfluss etwas, das wir per se kontrollieren könnten.

So oft wird von Sicherheit gesprochen, von guter Laune. Bilder von Frauen mit reiner Haut, die sich in engen Jeans wohlfühlen – wenig ist so fern der Realität wie das, in den meisten Fällen. Alle Menschen mit einem weiblichen Geschlechtsorgan können es bestätigen, die Schmerzen sind teilweise kaum auszuhalten.

In Werbespots wird uns also unterschwellig suggeriert, dass wir mit Binden und Tampons sauber und geschützt sind, ohne nicht. Sie unterstützen die Annahme, die Periode sei ekelhaft, unhygienisch und peinlich. 

Aufklärung

Die Verschwiegenheit der Periode beginnt meist jedoch im eigenen Haushalt. Müttern fällt es schwer mit ihren Töchtern offen darüber zu sprechen, vor Vätern und Männern im Allgemeinen wird das Thema ohnehin verschwiegen und, wenn junge Mädchen zum ersten Mal die Regelblutung bekommen, werden sie bemitleidet. So zumindest im europäischen Raum.

Auch in der Schule wird wenig darüber gesprochen und wenn, dann meist erst in der 10. Klasse im Zuge des Aufklärungsunterrichts (was definitiv auch sehr viel zu spät ist) und selbst dann ist es nach wie vor hauptsächlich „Frauensache“. Am Arbeitsplatz werden Tampons, die in schönen kleinen Dosen verpackt sind, ähnlich wie beim Drogendealen, nur still und heimlich unter dem Tisch weitergereicht und mit einem unangenehm berührten Gesichtsausdruck entgegengenommen.

Menstruationsrituale

In anderen Kulturen wird ein Fest für die Menarche, das erste Auftreten der Regelblutung, veranstaltet. Japanische Mädchen werden von ihrer Familie beschenkt und beglückwünscht. Ein besonderes Reisgericht, welches nur an Festtagen auf den Tisch kommt, ist ein Zeichen für Freude und Fruchtbarkeit und wird an diesem Tag angerichtet – die Menstruation war dort lange Zeit ein heiliges Zeichen, keine Verdammung.

Auch in Neuguinea, bei nordamerikanischen Indianer*innen und bei Yurok-Indianer*innen wird die erste Regelblutung gefeiert.[1]

Anmerkung zum Schluss

Ein etwas anderer Beitrag, weil das Thema sehr bewegend ist und es dazu leider wenig Fachliteratur gibt. Dennoch interessant, wenn man mal seine Einstellung zur Menstruation hinterfragt und sie in der eigenen Familie offen anspricht. 


[1]Ausserer, Caroline (2003): Menstruation und weibliche Initiationsriten, Frankfurt/Main

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Die Tabuisierung der Menstruation


Warum ist alles rund um die monatliche Regelblutung so schambehaftet? Welche Mythen haben dazu geführt, dass es der Gesellschaft schwer fällt, offen darüber zu sprechen? Hier ein kleiner Einblick in die Geschichte und die daraus entstehende Tabuisierung der Menstruation. 

Worin unterscheidet sich eigentlich Nasenblut und das Blut menstruierender Frauen? Was die meisten bezeugen würden ist, dass Nasenbluten gesellschaftlich toleriert wird, öffentlich zu menstruieren nicht. Das eine ist meist ein Zeichen einer körperlichen oder mentalen Dysfunktion, das andere steht für die Gesundheit einer Frau und eine natürliche Funktion des Körpers.

Blut an sich wird meist mit Kampfgeist und Stärke in Verbindung gebracht – warum dann nicht auch die Regelblutung?

Kulturgeschichte

In der Antike galt die Menstruation als Reinigungsprozess, da Frauen zu viele Nährstoffe oder Blut in ihrem Körper hätten, die ausgeschieden werden müssten. Dadurch, dass damals fast ausschließlich Männer wissenschaftlich forschten, wurde die Frau teilweise als unvollständiger Mann angesehen.[1]Aristoteles, Pythagoras und Hippokrates werteten die Regelblutung als etwas Unvollständiges, Unreines ab.[2]

Hildegard von Bingen beschrieb die monatliche Blutung im Mittelalter als eine Folge des Sündenfalls. In der Renaissance wurde sie zum ersten Mal auf ihre Giftigkeit untersucht. Erst 1958 gab es die ersten Studien, die diese Annahme widerlegten.

Im 17. Und 18. Jahrhundert, in der Zeit der Aufklärung, wurden der Frau Natur, Aberglaube, Tradition und Körperlichkeit zugeordnet, dem Mann hingegen Kultur, Wissenschaft, Fortschritt und abstraktes Denken.[3]

Im Laufe des 19. Jahrhunderts, mit der Verbreitung des Sozialdarwinismus, rückte der weiße Mann an die Spitze der menschlichen Hierarchie. Die Evolutionstheorie war ausschlagend dafür, dass die Frau mehr als je zu vor als ein anderes Wesen angesehen wurde. Außerdem kam es zur Degradierung der Menstruation auf einen Leidenszustand und ein notwendiges Übel . Ärzte (bewusst nicht gegendert) vermuteten, dass es sich bei der Monatsblutung um eine nicht ausgelebte Schwangerschaft handelte.[4]

Bis ins 20. Jahrhundert wurde der weiblichen Periode nachgesagt, sie würde zum (Lebensmittel-) Verderben beitragen und sie sei deshalb giftig. Der Wiener Arzt Béla Schick beobachtete einst, dass die Blumen, die seine Haushälterin in eine Vase gestellt hatte, schnell verwelkten. Er erfuhr, dass sie zu dieser Zeit die Menstruation hatte und schloss demnach daraus, dass ihr Blut das Menstruationsgift Menotoxin enthalten würde. Es wurde also angenommen, dass Menstruationsblut toxisch sei – und das wirkt bis heute noch nach.

Judentum und Christentum

Im Juden- und Christentum galt die Menstruation meist als eine Unreinheit. Jüdische Frauen waren demnach 7-14 Tage im Monat unrein, so im 3. Buch Mose, Kapitel 15, beschrieben. Schlief ein Mann in diesen Tagen mit einer Frau, wurde auch er mit Unreinheit bestraft. Übertrat ein Paar bewusst dieses Gesetz, mussten sie vom Volk ausgestoßen werden und sterben. Frauen schloss man in dieser Zeit auch von allen rituellen Handlungen aus, sie durften dem Rabbi nicht mehr die Hand reichen und mussten sich nach jeder Monatsblutung einer Reinigung unterziehen, damit sie Synagoge und Tempel wieder besuchen durften. 

Im Christentum stand körperliche Förmlichkeit zunächst an erster Stelle, bis man sich, vermutlich auch durch den Einfluss des Judentums, dazu entschloss, Frauen einen gesellschaftlichen, stark untergeordneten Stellenwert zu geben. Ihnen hat man alle höher gestellten kirchlichen Dienstleistungen verboten, da sie während der Zeit der Menstruation als unrein und somit ungeeignet für gehobene Positionen am Altar angesehen wurden.[5]Im Mittelalter bekam Sexualität im Allgemeinen, und somit auch die Periode der Frau, immer mehr den Charakter einer Sünde. Mönche sahen darin unter anderem eine Strafe Gottes für den Sündenfall von Eva. Die Mutter Gottes wurde davon ausgenommen – Theologen erklärten sich diese Theorie damit, dass sie nie menstruiert habe.[6]

Aber- und Volksglaube

Bis heute erhält sich der Mythos, dass das Menstruationsblut eine schädliche Wirkung auf äußere Faktoren, Lebendes und Materielles hat.

Die Frau wurde immer mehr in Verbundenheit mit der Erde gebracht. Sie waren beide verletzlich und gefährlich. Die Menstruation assoziierte man mit den Mondphasen. 

Jede Berührung einer menstruierenden Frau würde Wein und Most sauer machen, Bier umschlagen, Pflanzen verdorren und Milch gerinnen lassen. Die Hexenjagd leitete sich genau aus diesen (und noch vielen anderen) abergläubischen Annahmen ab.

Anmerkung zum Schluss

Das Thema der Tabuisierung der Menstruation ist sehr umfassend. In dem Artikel wurden lange nicht alle religiösen und kulturellen Hintergründe und Mythen berücksichtigt. Er soll lediglich einen Einblick in die Materie geben und der Enttabuisierung der Menstruation dienen, indem er die Mythen und geschichtliche Ereignisse anführt und hinterfragt. In einem weiteren Artikel werde ich näher auf den heutigen kapitalistischen und nach wie vor gesellschaftlich unkomfortablen Umgang mit der Menstruation eingehen. 


[1]Caroline Ausserer: Menstruation und weibliche Initiationsriten. Europäischer Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main 2003

[2]Judith Schlehe: Das Blut der fremden Frauen. Campus, Frankfurt am Main / New York 1987

[3]Caroline Ausserer: Menstruation und weibliche Initiationsriten. Europäischer Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main 2003

[4]Judith Schlehe: Das Blut der fremden Frauen. Campus, Frankfurt am Main / New York 1987

[5]Judith Schlehe: Das Blut der fremden Frauen. Campus, Frankfurt am Main / New York 1987

[6]Caroline Ausserer: Menstruation und weibliche Initiationsriten. Europäischer Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main 2003

0 In Slow Fashion Guide

Slow Fashion Link List

Anbei ein Slow Fashion Guide zur Orientierung. Worauf beim Kauf von fair produzierter Mode zu achten ist, habe ich bereits in meinem Artikel zum Thema Fair Fashion beschrieben. Da hierbei auf andere Seiten verwiesen wird, muss dieser Beitrag als Werbung markiert werden.

Second-Hand Shops (Online)

Dog Days of Summer

Ebay Kleinanzeigen (D)

Ubup

Willhaben (AUT)

Wear It Well

Unterwäsche & Bademode

Aikyou

Anekdot Boutique

Coco Malou

Erlich Textil

Essentials for Zula

Everlane

Funktionschnitt

Hara

Margaret and Hermione

MyMarini Swimwear

Organic Basics

Pura Clothing

Troo

Woodlike Ocean

Menstruationswäsche

Dear Kate

Femtis

Kora Mikino

Lunapads

Ooshi

The Female Company

Wuka

Kleidung Outdoor & Indoor

Armedangels

Achiy

Babaà

Bleed Clothing

Dariadéh

Everlane

Junglefolk

Mela Wear

Modibodi

Patagonia

Popupshop

Reformation

The Slow Label

Wholesome Culture

Schuhe & Taschen

Allbirds

Ethletic

GEA

Fitz & Huxley

Lee Coren

NAK

Veja

Accessoires & Masken

Charle

Goodgive

Grüne Erde

Etsy

Mela Wear

VIU Shop

Sportbekleidung

Haglöfs

Margaret and Hermione

OGNX

Re-Athlete

TAO

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Endometriose

Begriffserklärung

Endometriose ist ein sehr häufiges, gutartiges und schmerzhaftes gynäkologisches Krankheitsbild mit chronischem Verlauf. Dabei kommt funktionell morphologische endometriumähnliche Uterusschleimhaut in Form von Wucherungen (Herde) außerhalb des physiologischen Bereiches (Gebärmutter) vor.[1]Diese Herde verhalten sich ähnlich wie die Zellen in der Gebärmutter: sie werden meist von Hormonen gesteuert, unterliegen dem Zyklus und lösen Blutungen aus.

Das Blut fließt jedoch nicht im normalen Weg ab, was Zysten, Verwachsungen, Entzündungen und Vernarbungen verursachen kann, was wiederum zu teils sehr starken Schmerzen und in extremen Fällen auch zur Gefährdung anderer Organe führen kann.[2]

Prävalenz

10% – 15% aller Frauen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr entwickeln eine Endometriose. Schätzungen sprechen von jährlich 40.000-50.000 Neuerkrankungen in Deutschland. Somit ist Endometriose die zweithäufigste gynäkologische Erkrankung.[3]

Von Endometriose können alle Personen, die mit einem Uterus geboren wurden, betroffen sein.[4]                          

Ätiologie

Die Ursache der Krankheitsentstehung ist in größten Teilen noch nicht vollständig geklärt. Eine genetische Vererbung wird nicht ausgeschlossen. Zudem gibt es inzwischen Theorien, welche die Ätiologie der Erkrankung erklären könnten:

Die Transplantationstheoriegeht davon aus, dass durch die retrograde Menstruation vitale Endometriumzellen in die Bauchhöhle gelangen und sich dort implantieren können. Retrograde Menstruation bedeutet, dass der*die Patient*in während der Menstruation antegrad (nach vorne gerichtet) durch die Scheide blutet und gleichzeitig retrograd (rückläufig) Menstruationsblut über die offenen Eileiter in den Bauchraum gelangt.[5]

Bei der „Tissue Injury and Repair“-Theorie kommt es durch autonome Muskelbewegungen zu Mikrotraumen in der Gebärmutterschleimhaut, wodurch herausgelösteEndometriumzellen an einen anderen Ort verschleppt werden.

 Die Metaplasietheorie besagt hingegen, dass sich pluripotentes Gewebe in der Embryonalentwicklung de novo zu Endometriumzellen umformt.[6]

Weitere Theorien könnten die Migrationstheorieoder die immunologische Theorie sein.[7]

Lokalisation

Die häufigste Lokalisation ist im Bauchraum; zum Beispiel können Ligamente (Bänder), das Peritoneum (Bauchfell) und die Ovarien (Eierstöcke), aber auch Darm oder Harnblase betroffen sein. 

Es wird zwischen:

  •  Endometriosis genitalis interna/Anomyosis uteri (Endometriosezellen in der Muskelschicht und im Abgangbereich der Tuben)
  • Endometriosis genitalis externa (Endometriumzellen in den weiteren weiblichen Geschlechtsorganen und im Peritoneum und
  • Endometriosis extragenitalis (Endometriosezellen in Harnblase, Darm, Bauchnabel, Zwerchfell, in extremen Fällen Lunge oder Gehirn) unterschieden.

Symptomatik

Leitsymptome sind sehr starke abdominelle Schmerzen (zyklusab- oder unabhängig), Dysmenorrhö (schmerzhafte Regelblutung), Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Blutungsstörungen, gastrointestinale oder urologische Beschwerden, sowie Unfruchtbarkeit.[8]

Diagnostik

Bei einer gynäkologischen Untersuchung können im Bereich der Scheide bereits blauschwarze Herde inspiziert oder als kleine Knötchen ertastet werden. Des weiteren dient ein Ultraschall zur Diagnosestellung. In den meisten Fällen wird bei Verdacht auf Endometriose eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) mit einer Biopsie (Entnahme einer Gewebeprobe) durchgeführt. Weitere Diagnostikverfahren können eine Zystoskopie bei Verdacht auf Blasenbeteiligung, eine Kolo-/Rektoskopie: bei Verdacht auf Darmbeteiligung oder eine Kernspintomografie zur Beurteilung der Infiltration von Nachbarorganen sein.[9]

Therapie

Endometriose ist (bis zum heutigen Zeitpunkt) nicht heilbar. Die Erkrankung kann medikamentös oder operativ behandelt werden.

Medikamentöse Therapie

Für die medikamentöse Behandlung werden meist zunächst Schmerzmittel (NSARàWirkstoffe wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (ASS)) verschrieben.[10] Des Weiteren empfehlen Ärzt*innen häufig eine kontinuierliche Östrogen-Gestagen-Kombinationen, wie die Antibaby-Pille oder eine gestagenhaltige Hormonspirale zur Ovulationshemmung. Eine Gestagen-Monotherapie wirkt ähnlich wie eine Minipille, ist jedoch ausschließlich zur Therapie der Endometriose zugelassen. Eine weitere hormonelle Therapieform ist die mit GnRH-Agonisten.[11]

Operative Therapie

Die diagnostische Laparoskopie ist zugleichder erste Schritt einer chirurgischen Therapie. Bei der Operation können Endometrioseherde durch Koagulation (Verdampfung, Verkochung) mit Hochfrequenzstrom, Laser oder Hitze zerstört oder durch Schnitteentfernt werden. Die Entfernung ganzer Organe (bspw. Ovarien/Uterus) ist bei milderen Verläufen zunächst nicht notwendig. Bei großflächigen Herden, massiven Verwachsungen oder deren Auftreten an ungünstigen Stellen kann auch ein Bauchschnitt (Laparotomie) erforderlich sein.[12]

Anmerkung zum Schluss

Dieser Beitrag deckt lange nicht alle wichtigen Informationen zur Endometriose ab. Die sehr späte und heute noch in Teilen nicht ausreichend angemessene gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Krankheit wurde beispielsweise nicht behandelt. Die oben genannten Argumente sind den angegebenen Quellen entnommen. Bei Ergänzungen oder fehlerhaften Darstellungen bitte ich um eine Rückmeldung. Dieser Beitrag soll auf Endometriose aufmerksam machen. 


[1]Kepler Universitätsklinikum – Was ist Endometriose?

[2]https://www.eva-info.at/was-ist-endometriose/

[3]https://viamedici.thieme.de/lernmodule/gynäkologie+und+geburtshilfe/endometriose

[4]https://www.endometriose-vereinigung.de/was-ist-endometriose.html

[5]https://www.aerzteblatt.de/archiv/77157/Diagnose-und-Therapie-der-tief-infiltrierenden-Endometriose

[6]https://www.amboss.com/de/wissen/Endometriose

[7]https://viamedici.thieme.de/lernmodule/gynäkologie+und+geburtshilfe/endometriose

[8]https://www.amboss.com/de/wissen/Endometriose

[9]https://viamedici.thieme.de/lernmodule/gynäkologie+und+geburtshilfe/endometriose

[10]https://www.gesundheitsinformation.de/behandlungsmoeglichkeiten-bei-endometriose.2474.de.html?part=behandlung-m5

[11]Die Bildung von Östrogen und Progesteron im Eierstock wird durch übergeordnete Hormone reguliert. Eines davon ist das natürliche GnRH (Gonadotropin- releasing Hormon). Durch die Einnahme eines synthetisch hergestellten, unwirksamen GnRHs (GnRH-Analogon), wird die Produktion des körpereigenen, wirksamen GnRHs eingestellt. Das dann überwiegend vorhandene GnRH-Analogon ist somit unwirksam in Bezug auf die Östrogenproduktion in den Eierstöcken. Wegen des fehlenden Östrogens wird keine monatliche Schleimhaut mehr aufgebaut, was wiederum zu einem Ausfall der Menstruation führt.

[12]https://www.endometriose-vereinigung.de/therapie.html

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Anti-Baby-Pille

Begriffserklärung

Die Anti-Baby-Pille (umgangssprachlich auch Pille) ist ein Kontrazeptivum, also ein in diesem Fall hormonelles Verhütungsmittel zur Einnahme für Frauen. Die Ovulation wird meist durch ein Östrogen-Gestagen-Kombinationspräparat gehemmt. Ein solches Hormonpräparat ist inzwischen auch als Mikropille bekannt. Früher wurden Pillen mit einer höheren Östrogendosierung verabreicht (bis zu 50mg Östrogen).

Zudem gibt es sogenannte Minipillen, welche ausschließlich das Hormon Gestagen enthalten.Es wird zwischen Ein-, Zwei oder Dreiphasenpillen unterschieden.[1]

Geschichte USA/Deutschland

Die Idee der Anti-Baby-Pille geht in das Jahr 1920 zurück. Zwei amerikanische Frauenrechtlerinnen, die Krankenpflegerin Margaret Sanger und die Biologin Kathrine McCormick, schlossen sich zusammen und klärten in der von ihnen gegründeten „American Birth Control League“ Frauen über mögliche Verhütungsmethoden auf und engagierten sich dafür, die aktuelle Gesetzeslage in den USA zu ändern.

Zusammen mit dem Endokrinologen Gregory Pincus und weiteren Unterstützer*innen entwickelten Sanger und McComrick 1951 eine Methode, künstliches Progesteron und Östrogen herzustellen. Sie entdeckten dabei, dass Progesteron den Eisprung unterbindet und durch Zufall, dass Östrogen die Einnahme der Anti-Baby-Pille verträglicher macht.

1957 wurde in den USA nach mehreren klinischen Tests erstmals die Anti-Baby-Pille zugelassen – anfangs noch als Mittel gegen Menstruationsbeschwerden. Am 18. August 1960 kam die Pille unter dem Namen „Envoid“ in Nordamerika als Verhütungsmittel zum ersten Mal auf den Markt. Ein Jahr später war dann auch ein ähnliches Präparat in Deutschland erhältlich. Unter dem Markennamen „Anovlar“ wurde dort eine Pille zunächst ausschließlich verheirateten Frauen mit mehreren Kindern verschrieben und sollte auch offiziell nur bei Menstruationsbeschwerden helfen.

Kritische Stimmen protestierten gegen die Einführung des Verhütungsmittels. Dieses würde „außerehelichen Geschlechtsverkehr“ fördern und die „allgemeine Aufweichung der sittlichen Zucht“ unterstützen. 

Auch Ärzte (bewusst nicht gegendert) warnten 1964 vor einer „wachsenden Sexualisierung des öffentlichen Körpers“.

Mit der 68er-Bewegung kam es ein paar Jahre später unter anderem zu einer sexuellen Revolution. Sex wurde plötzlich öffentlich diskutiert. Frauen setzten sich mehr und mehr für das Recht ein, frei über sich und ihren Körper bestimmen zu dürfen: Sexualität sollte künftig auch frei und ohne Fortpflanzungshintergrund praktiziert werden können. 

Die Pille wird häufig für den Einbruch der Geburtenrate verantwortlich gemacht (heute auch als „Pillenkick“ bekannt), welcher unter anderem in Westdeutschland nach dem „Babyboom“ eintrat. Heutige Interpretationen bestreiten diese Annahme jedoch meist. In Deutschland kam es nach der Einführung von „Anovlar“ erstmal zum Anstieg der Geburtenrate. In Amerika ging diese schon vor der Einführung des Erstpräparats zurück. Nach der Industrialisierung sehnten sich besonders Frauen nach einer veränderten Lebensweise, nach Autonomie, Selbstverwirklichung und nach Erwerbstätigkeit.[2]

Pille heute

Die Pille hat sich innerhalb der letzten Jahre als das meistgenutzte Verhütungsmittel erwiesen. Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nahm bis 2015 mehr als jede zweite Frau zwischen 18 und 49 Jahren die Anti-Baby-Pille.[3] Bis heute zählt sie mit einem Pearl-Index von 0,3 (es werden somit von 1000 Frauen in einem Jahr 3 davon schwanger) zu den sichersten Verhütungsmitteln.[4]

Die Einnahme der Pille wurde in den letzten Jahren jedoch auch sehr kritisch betrachtet. Durch die ständige Zufuhr künstlich hergestellter Hormone, kann die Einnahme der Pille das Thrombose-, Bluthochdruck- oder Brustkrebsrisiko erhöhen. Weitere Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Übelkeit, Migräne oder depressive Verstimmungen halten immer mehr Frauen von der Anwendung dieser Verhütungsmethode ab.[5]

Kostenübernahme Deutschland

In Deutschland werden die Kosten für die Pille seit 29. März 2019 für Frauen bis zum vollendeten 22. Lebensjahr von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Diese Kostenübernahme gilt auch für den Anspruch auf ärztlich verordnete Notfallkontrazeptiva. Privatversicherte Frauen müssen die Pille selbst bezahlen.[6]

Anmerkung zum Schluss

Dieser Beitrag soll weder zum Kauf der Pille anregen noch ein Absetzen dessen unterstützen. Jede*r bestimmt eigenständig, welches/ob ein Verhütungsmittel für sie*/ihn passend ist, bzw sollte dies mit einer Medizinerin* oder einem Mediziner abklären. Alle in diesem Artikel erwähnten Informationen wurden eigenständig recherchiert und unterliegen keiner ärztlichen Aussage.

Die Pille ist bis heute ausschließlich für Frauen vorgesehen. Solche Kontrazeptiva für das andere Geschlecht sind bisher noch nicht zum Verkauf zugelassen. Mit dem Wirkstoff 11-Beta-Methyl-19-Nortestosteron-Dodekylcarbonat wird in den USA derzeit ein ähnliches Präparat, in Form einer Hormonspritze, nun auch für die Personen, die männliche Geschlechtsmerkmale aufweisen, erforscht.[7]


[1]https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/arzneimittel-medizinische-hintergruende/pille/pillensorten-2066554

[2]https://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/210997/55-jahre-pille-

[3]https://www.forschung.sexualaufklaerung.de/fileadmin/fileadmin-forschung/pdf/BZGA-11-00988_Verhue_tungsverhalten_Erwachsener_DE_low.pdf

[4]Michael von Wolff, Petra Stute: Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin: Das Praxisbuch. Schattauer Verlag, 2013

[5]Combined hormonal contraceptives, Risikobewertungsverfahren

[6]https://www.kbv.de/html/1150_39882.php

[7]https://www.welt.de/wissenschaft/article190922849/Verhuetung-Pille-fuer-den-Mann-laut-Forschern-fast-startklar.html