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Nachhaltigkeit

0 In Slow Fashion Guide

Slow Fashion Link List

Anbei ein Slow Fashion Guide zur Orientierung. Worauf beim Kauf von fair produzierter Mode zu achten ist, habe ich bereits in meinem Artikel zum Thema Fair Fashion beschrieben. Da hierbei auf andere Seiten verwiesen wird, muss dieser Beitrag als Werbung markiert werden.

Second-Hand Shops (Online)

Dog Days of Summer

Ebay Kleinanzeigen (D)

Ubup

Willhaben (AUT)

Wear It Well

Unterwäsche & Bademode

Aikyou

Anekdot Boutique

Coco Malou

Erlich Textil

Essentials for Zula

Everlane

Funktionschnitt

Hara

Margaret and Hermione

MyMarini Swimwear

Organic Basics

Pura Clothing

Troo

Woodlike Ocean

Menstruationswäsche

Dear Kate

Femtis

Kora Mikino

Lunapads

Ooshi

The Female Company

Wuka

Kleidung Outdoor & Indoor

Armedangels

Achiy

Babaà

Bleed Clothing

Dariadéh

Everlane

Junglefolk

Mela Wear

Modibodi

Patagonia

Popupshop

Reformation

The Slow Label

Wholesome Culture

Schuhe & Taschen

Allbirds

Ethletic

GEA

Fitz & Huxley

Lee Coren

NAK

Veja

Accessoires & Masken

Charle

Goodgive

Grüne Erde

Etsy

Mela Wear

VIU Shop

Sportbekleidung

Haglöfs

Margaret and Hermione

OGNX

Re-Athlete

TAO

0 In Nachhaltigkeit

Slow Fashion – wie erkenne ich fair produzierte Mode?

Fakt ist: die Modebranche gehört zu den 5 umweltschädlichsten Industrien.

Fair Fashion stellt eine umweltfreundliche und ethisch nachhaltige Alternative zu sogenannten „Fast Fashion Produkten“ dar, indem sie beispielsweise die Verwendung von Biomaterialien und/oder eine faire Bezahlung für alle am Herstellungsprozess beteiligten Personen, sowie Nachhaltigkeit im Sinne von lang tragbarer Bekleidung berücksichtigt. Labelt sich eine Modemarke mit den Hashtags #fair, #fairproduziert oder #nachhaltig, bedeutet dies nicht automatisch, dass Produkte einerseits umweltschonend hergestellt werden und zur selben Zeit eine faire Bezahlung garantiert wird (mehr dazu weiter unten). Kann eine Modemarke alle diese (und weitere) Aspekte abdecken und nachweisen, darf sie sich als Slow Fashion oder Fair Fashion Firma vermarkten.

Es ist Teil unserer heutigen kapitalistischen Gesellschaft, mit gutem Gewissen einkaufen zu wollen.

Wie bereits in meinem Instagrampost erwähnt ist es dennoch wichtig im Hinterkopf zu behalten, dass der Kauf von fair produzierter Mode nicht dazu dient, den allgemeinen Konsum von Kleidung anzukurbeln. Klar ist, dass wir mit einem solchen Kauf Arbeitsplätze und Existenzen sichern, jedoch ist es eine faule Ausrede, wenn wir den eigenen übermäßigen Konsum dadurch moralisch rechtfertigen wollen.

Es gibt keine Eindeutigkeit in Bezug auf fairen Konsum, Slow Fashion ist nicht nur gut oder nur schlecht. Eine ambivalente Haltung dahingehend ist unvermeidbar.

Um sichtbar zu machen, worauf bei einem Kauf von fairen Produkten geachtet werden kann, soll mitunter dieser Artikel dienen.

Made in Europe ist nicht gleich fair!

Faires und nachhaltiges Einkaufen wird häufig automatisch mit dem Kauf einer Marke in Verbindung gebracht, welche das Label „Made in Europe“ trägt. Es erscheint zunächst auch logisch, da eine kürzere Importstrecke an sich auch umweltschonender ist, als eine Transkontinentale. Bei dieser Überlegung wird allerdings häufig der Unterschied zwischen Existenzlohn und Mindestlohn ausgelassen. Während der Mindestlohn ein gesetzlich vorgegebener Lohn ist, welcher bezahlt werden muss, stellt der existenzsichernde Lohn eine Bezahlung dar, welche ein Mensch braucht, um eine Existenz zu gewährleisten. Deshalb ist durch die Bezahlung eines Mindestlohns noch nicht automatisch eine Existenz abgesichert.

Die Lücke zwischen Existenz- und Mindestlohn ist in Ländern wie Bangladesch oder Sri Lanka, aber eben auch Serbien, Rumänien und der Ukraine unfassbar groß. Nähere Informationen findet ihr auf der Website der Clean Clothes Campaign, welche sich für eine faire Bezahlung in der Textilindustrie einsetzt.

Denim vermeiden!

Die Produktion von Denim (bspw. Jeans) ist wohl mit eine der Schmutzigsten. Pro Jahr werden ca. 1,8 Milliarden Jeans hergestellt, dabei kommt es bei jedem Hosenpaar zu einem Wasserverbrauch von ca. 8000 Liter. Zudem werden 2kg Chemikalien für bestimmte Waschungen und Farben eingesetzt. Des Weiteren wurden bei sämtlichen Testungen giftige Schwermetalle, Pestizide und Bleichmittel in den Materialien festgestellt. Um diese Produktionsweise nicht zu unterstützen und dennoch ähnlich praktische Produkte herzustellen, hat zum Beispiel Armed Angels mit der Kollektion #DetoxDenim eine alternative Lösung gefunden, bei der alle Inhaltsstoffe, Zulieferer*innen und Hersteller*innen genau überprüft werden.

Siegel zur Orientierung

Beim Kauf von fair produzierter Mode dienen zur Vereinfachung der Orientierung Siegel, welche berücksichtigt werden können. Dabei haben Rohstoffsiegel wie „Cotton made in Africa“, „Better Cotton Initiative“ oder „Faitrade Cotton“ ihren Schwerpunkt in der Landwirtschaft und kontrollieren nur den Baumwollanbau. Um die gesamte Wertschöpfungskette zu zertifizieren (andere Aspekte der Nachhaltigkeit wie existenzsichernde Bezahlung, etc.), sind beispielsweise die nun genannten Siegel-Marken zu beachten. [1]

Das Greenpeace Detox Abkommen

Einige Leser*innen haben davon bestimmt schon gehört. Gemeinsam mit mehreren bekannten Modemarken hat Greenpeace 2011 die Kampagne Detox entwickelt. Einige der großen Modekonzerne (wie bspw. H&M, Adidas oder Aldi) haben sich dazu verpflichtet, bis 2020 Schadstoffe durch ungefährliche Substanzen zu ersetzen. Bei dieser Kampagne wurde jedoch ausschließlich der Aspekt der Nachhaltigkeit in Bezug auf die verwendeten Materialien berücksichtigt. Weitere Merkmale der Fair Fashion Industrie können bei vielen dieser Marken bis heute nicht nachgewiesen werden.

Anmerkung zum Schluss

Bei einem Kauf von Slow Fashion Produkten gilt es bestimmt, noch einige weitere wichtige Informationen zu beachten, welche hier nicht angeführt wurden. In den kommenden Wochen werde ich auf meiner Website einen Fair Fashion Guide einrichten, der zur Orientierung unterschiedlicher nachhaltiger Modemarken dienen soll.


[1]https://nachhaltige-deals.de/nachhaltige-mode/fairtrade-kleidung/

0 In Frauen* und Gesellschaft/ Nachhaltigkeit

Lange Wartezeiten auf einen Psychotherapieplatz


Therapieformen in Deutschland

Die am 02. April 2017 veröffentlichten Psychotherapie-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sollten unter anderem einer Verkürzung der langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz bei einem Psychotherapeuten/einer Psychotherapeutin in Deutschland dienen. Die Reform sieht daher vor, zunächst eine Sprechstunde zur „Ersteinschätzung“ zu vereinbaren, welche über weitere Therapieeinheiten und deren Intensität entscheiden soll. Die Kurzzeittherapie dient hierbei als mögliche therapeutische Akutbehandlung mit maximal 12 Therapieeinheiten im Jahr, darauffolgend kann eine Langzeittherapie beantragt werden. Diese erfordert weitere Formalitäten, wie zum Beispiel ein körperliches Gutachten des Hausarztes/der Hausärztin. [1]

Das Bundesministerium für deutsche Gesundheit erfasste zwei Jahre nach Veröffentlichung der neuen Psychotherapie Richtlinien eine durchschnittliche Wartezeit von 20 Wochen auf einen Termin in einer Psychotherapie-Praxis. Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) möchte seit einiger Zeit demnach eine bessere Zusammenarbeit von Hausärzt*innen, Psychotherapeut*innen, Suchtberatungsstellen und Familiendiensten anstreben.[2]

Studienlage

Die Bundes-Psychotherapeuten-Kammer (BPtK) und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) untersuchten in einer Online Befragung die entstehenden Wartezeiten deutschlandweit ein Jahr nach der Einführung der Psychotherapie-Richtlinien, zwischen 6. November und 10. Dezember 2017. 9.423 Psychotherapeut*innen nahmen an dieser Befragung teil, der Altersdurchschnitt lag bei 53,4 (+-10,2) Jahren.[3]Die Studie ergab eine durchschnittliche Wartezeit von 5,7 Wochen auf eine Sprechstunde und eine darauffolgende Wartezeit von 3,7 Wochen auf den Beginn einer Akutbehandlung. Eine Richtlinienpsychotherapie, wie sie vom Gemeinsamen Bundesauschuss 2017 beschlossen wurde, beansprucht in Deutschland im Schnitt eine 19,9 Wochen-lange Wartezeit. Daraus schließend wurde festgestellt, dass die Wartezeiten noch erheblich zu lange sind und deutliche Unterschiede in der Anzahl und Verfügbarkeit der Psychotherapeut*innen in Großstädten und ländlichen Regionen, sowie in Großstädten des Ruhrgebiets bestehen. Um Wartezeiten zu verkürzen, wären rund 7.000 neue Praxissitze erforderlich. Terminservicestellen dienen zusätzlich als mögliche Anlaufstellen bei zu langen Wartezeiten, sodass Sprechstunden über Dritte schneller beantragt werden können. Seit 2018 sind diese Terminservicestellen auch für kassenärztliche Vereinigungen dringender Richtlinien Psychotherapie verantwortlich.[4]

Bezogen auf die Versorgungsumverteilung auf Stadt und Land, stellt die Bedarfsplanung zudem falsche Annahmen dar. Derzeit werden 36 Psychotherapeut*innen pro 100.000 Einwohner*innen in deutschen Großstädten und zwischen 12 und 18 Psychotherapeut*innen pro 100.000 Einwohner*innen in ländlichen Regionen gezählt.[5]

Laut Studien des Robert-Koch-Institutes unterscheidet sich die Häufigkeit der psychisch erkrankten Personen in Großstädten jedoch kaum von der in ländlichen Regionen.[6]

Die Bundes-Psychotherapeuten-Kammer Deutschland fordert aufgrund der oben genannten Fakten eine weitere Überarbeitung der Psychotherapie Richtlinie des G-BAs.[7]

Anmerkung zum Schluss

Zu lange Wartezeiten auf einen Therapieplatz können zu einer vorläufigen Chronifizierung einer psychischen Erkrankung führen. Die vorliegenden Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf die Wartezeiten bei Psychotherapeut*innen mit kassenärztlichen Verträgen in Deutschland. Privatpatient*innen und Selbstzahler*innen können durchschnittlich mit kürzeren Wartezeiten rechnen.


[1]Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), 2018

[2]Bundesministerium für deutsche Gesundheit, 2019

[3]Bundes-Psychotherapeuten-Kammer (BPtK), 2018, S.37

[4]BPtK, 2018, S.3

[5]BPtK, 2018, S.20

[6]Wittchen & Jacobi, 2001; Jacobi et al., 2014

[7]BPtK, 2018, S.30

0 In Nachhaltigkeit

Ernährung und Umwelt: der Konsum tierischer Produkte


Die durch die Ernährung verursachten CO2 Emissionen betragen in Deutschland derzeit 1,42 Tonnen pro Person. Sie entstehen meist bei der Produktion, dem Transport und der Lagerung von Lebensmitteln. Die Verarbeitung und das Kochen sind als Aktivitäten des Verbrauchers/der Verbraucherin eingerechnet, da diese schon beim Stromverbrauch und Verkehr einbezogen werden.[1]

Fleischkonsum & Milchproduktion

Die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO bestätigt, dass 14,5% aller weltweiten Treihausgasemissionen aus der Haltung und Verarbeitung von Tieren stammen. Damit übersteigt dieser Anteil den, des weltweiten Verkehrs.[2]Diese Hochrechnung erfasste einen Pro-Kopf-Fleischverbrauch von 43,2kg pro Jahr. 

In Deutschland liegt der bei 85,9 kg. Die landwirtschaftliche Nutzfläche für die Fleischproduktion nimmt dort ca. 19. Mio ha ein, was etwa 2.300m^2 pro Person entspricht.

Der Pro-Kopf-Konsum ist stark vom Einkommen einer Person bzw. den wirtschaftlichen Gegebenheiten abhängig, was wiederum durch eine Studie 2013 bestätigt wurde, die einen durchschnittlichen Fleischverzehr von 116,2 kg pro Kopf in Australien aufwies.

Die größten Umweltfolgen der Fleischproduktion bewirken mitunter:

  • der hohe Flächenverbrauch und die damit verbundene Zerstörung natürlicher Lebensräume, wie tropischer Regenwälder, vor allem für den Anbau von Futtermitteln
  • der hohe Wasserverbrauch und die Wasserverschmutzung
  • die Emissionen von Treibhausgasen wie CO2, Methan oder Lachgas

Der mit Abstand größte Ausstoß von Treibhausgasen wird durch die Viehhaltung von Rindern produziert. Schweinefleisch und Geflügel erzeugen hingegen nur ein Drittel davon.

Die CO2-Emissionen, die durch die Butterherstellung produziert werden, übertreffen teilweise die der Fleischproduktion: um ein Kilogramm Butter herzustellen, werden laut dem Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung bei konventioneller Tierhaltung bis zu 24 Kilogramm CO2-Äquivalente ausgestoßen (die CO2 Äquivalente bestimmt die ausgestoßene Menge an Treibhausgasen umgerechnet auf CO2). Dies setzt sich zusammen aus der großen Menge an Milch, die für die für die Herstellung benötigt wird. Dafür müssen dementsprechend viele Kühe gehalten und versorgt werden. Zudem stoßen die Tiere an sich noch jede Menge Methangas aus.[3]

Die Produktion von Milch und Joghurt verbraucht um einiges weniger davon, wobei dabei wiederum zwischen regionalen und globalen Produkten unterschieden werden muss.

Anmerkung zum Schluss

Insgesamt gilt: je weniger Konsum tierischer Produkte, desto besser. Tierische Proteine sind im Durchschnitt für ca. die Hälfte aller ernährungsbedingten Umweltlasten verantwortlich.  Eine vegetarische Ernährung ist für das Klima rund dreimal weniger belastend, als eine fleischlastige Ernährung.[4]Biologische Produkte sollten außerdem, sofern die finanziellen Mittel vorliegen, immer bevorzugt werden.

Das Thema ist sehr umfassend und dieser Beitrag berücksichtigt lange nicht alle wichtigen Informationen dazu. Er soll dementsprechend einen Überblick verschaffen. 


[1]https://www.klimabuendnis-koeln.de/ernaehrung

[2]http://mobil.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Klimawandel_auf_dem_Teller.pdf

[3]https://www.swrfernsehen.de/marktcheck/hintergrund/CO2-Bilanz-auf-dem-Teller-Diese-Lebensmittel-sind-die-groessten-Klimakiller,article-swr-5774.html

[4]https://www.wwf.ch/de/unsere-ziele/fleisch-und-milchprodukte